Berühmte Autoren, die unter Pseudonym schreiben

Spät entdeckt: Opus Pistorum

Skandalöses Werk von Henry Miller

Wer (nicht mehr) jung ist und das Geld braucht, versteckt sich entweder hinter einem falschen Namen oder lässt ihn gleich ganz weg. So hat es zum Beispiel der Schriftsteller Henry Miller gemacht. Der war bekannt für skandalöse Bücher wie „Stille Tage in Clichy“, gerade zurück aus Europa und knapp bei Kasse.

Ein Buchhändler aus Hollywood bot ihm 1940 für pornographische Literatur einen Dollar für jede getippte Seite. Zum Vergleich: Ein Übersetzer bekommt heute um die 18 Euro für eine Seite. Miller ging darauf ein und lebte seine feuchten Träume aus, bis er nach Big Sur in Kalifornien zog, um dort hochwertigere Literatur zu schreiben, die aber ebenfalls nicht besonders züchtig ist.

„Opus Pistorum“ spielt in Paris, aber in einer Version der Stadt, in der wenig von Liebe und Romantik zu spüren ist. Die Beschreibungen von Gewalt und Perversion gehen so weit, dass das Buch immer wieder verboten oder indiziert wurde. Aber Sado-Maso-Erotik bringt heutzutage keinen Zensor mehr auf die Barrikaden und es gibt „Opus Pistorum“ sogar als Hörbuch und als Verfilmung.

Übrigens steuerte neben dem Dichter George Barker auch Millers Geliebte Anaïs Nin erotische Geschichten bei, die später unter dem Titel „Das Delta der Venus“ veröffentlicht wurden. Anaïs Nin kam aber nie mit der Anweisung des Auftraggebers klar, dass sie sich dabei auf den Sex konzentrieren und den ‚poetischen Firlefanz‘ weglassen solle.

Der direkte Vergleich ihrer Texte mit Millers Werk macht die Unterschiede zwischen weiblichen und männlichen Vorstellungen von Sexualität sehr deutlich. Doch egal wie man darüber denkt – es ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Bücher von Henry Miller:  

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